Bevor du trainierst – verstehe wie dein Pferd die Welt erlebt
Zwischen Wissenschaft, Gefühl und Erkenntnis – wie Wissen und Verständnis der Beginn für nachhaltiges Training werden
Meine Gedanken und ein Einblick in das Buch Horse Brain - Human Brain von Janet L. Jones
Juli 2025
Fast jeder, der mit Pferden arbeitet, baut auf dem Wissen seines Lehrers auf – auch ich habe so angefangen. Und genau darauf sind wir angewiesen.
Was würden wir nur tun ohne all das Wissen über unsere wunderbaren Vierbeiner, das unsere Vorfahren über Generationen hinweg gesammelt, studiert und weitergegeben haben?
Dieses überlieferte Wissen ist wertvoll – vielleicht sogar unbezahlbar. Denn ohne diese Grundlage wären wir heute nicht da, wo wir sind.
Doch für mich bedeutet Pferdetraining, noch tiefer zu schauen und noch genauer hinzusehen – nicht beim Überlieferten stehenzubleiben sondern bereit zu sein noch weiterzugehen.
Jede Generation von Pferdemenschen hat die Möglichkeit Wissen zu vertiefen, neue Erkenntnisse zu gewinnen und weiterzuforschen.
Wenn wir Pferde wirklich verstehen wollen, reicht es nicht ihr Verhalten zu deuten.
Wir müssen lernen, wie sie fühlen, denken und wahrnehmen – biologisch, neurologisch und instinktiv.
Denn das Pferd tickt völlig anders als wir Menschen. Es nimmt seine Umwelt über andere Sinne wahr, verarbeitet Eindrücke auf eigene Weise, lernt anders und reagiert unmittelbar, nicht strategisch.
In den letzten Jahren ist mir immer bewusster geworden, wie viele Missverständnisse im Training entstehen, weil wir vom Menschenbild aufs Pferd schliessen.
Das ist nur allzu menschlich – doch genau darin liegt das Problem.
Wir arbeiten mit Methoden die auf unserer Logik beruhen – und wundern uns, wenn das Pferd gestresst oder verwirrt reagiert.
Dabei gäbe es so viel zu gewinnen, wenn wir bereit wären, uns ernsthaft mit der Funktionsweise des Pferdegehirns und seiner Wahrnehmung auseinanderzusetzen.
Was mich besonders fasziniert:
Wenn wir verstehen, wie das Pferd denkt und lernt, können wir erkennen warum bestimmtes Verhalten entsteht und wie wir es sanft und nachhaltig verändern können.
Nicht, indem wir das Pferd „formen“, sondern indem wir die Bedingungen verändern, unter denen es agiert und vor allem reagiert.
Dieser Perspektivenwechsel hat bei mir vieles verändert.
Ich arbeite heute bewusster, ruhiger, zielgerichteter und erlebe immer wieder wie viel mehr Vertrauen und echte Partnerschaft entstehen kann, wenn sich das Pferd verstanden fühlt – und nicht überfordert.
Pferd und Mensch – zwei Gehirne, zwei Welten
Je mehr ich mich mit dem Thema auseinandergesetzt habe, desto klarer wurde mir:
Pferd und Mensch ticken nicht nur ein bisschen unterschiedlich – sie erleben die Welt auf völlig verschiedene Weise.
Umso erstaunlicher ist es, wie gut sich unsere Pferde trotzdem in unserer Welt zurechtfinden.
Wir Menschen denken in Ursache und Wirkung: Wir analysieren, vergleichen und planen voraus.
Das Pferd hingegen lebt im Moment: Es reagiert auf Reize, Gefühle und Stimmungen – nicht, weil es „weniger intelligent“ wäre, sondern weil sein Gehirn anders funktioniert.
Ein Pferd handelt nicht mit Absicht.
Es plant nichts, stellt uns nicht infrage und will uns nicht provozieren.
Wenn es ausweicht, stockt, flüchtet oder sich widersetzt, dann nicht weil es uns „testen“ will – sondern weil sein Nervensystem genau das in diesem Moment für richtig hält.
Das zu verstehen, verändert alles.
Plötzlich sieht man nicht mehr das „Problemverhalten“, sondern die Reaktion eines fühlenden Lebewesens auf etwas, das es innerlich bewegt:
Stress, Unsicherheit, fehlende Klarheit, zu viel Druck – oder einfach ein unpassender Moment.
Wenn wir als Mensch beginnen, diese Reaktionen nicht persönlich zu nehmen sondern sie als Feedback zu begreifen, verändert sich unser Umgang mit dem Pferd.
Wir hören besser hin, geben Raum und schaffen Sicherheit – statt Kontrolle erzwingen zu wollen.
Und das hat nichts mit Nachsicht oder Nachgiebigkeit zu tun – sondern mit echter Führung.
Einer Führung die auf Verständnis basiert – nicht auf Druck.
Wie Pferde die Welt wahrnehmen
- und warum wir lernen müssen die Welt mit ihren Augen zu sehen, bevor wir erwarten, dass sie sich in unserer zurechtfinden.
Pferde erleben ihre Umwelt vollkommen anders als wir.
Sie sehen anders, hören anders, reagieren schneller und sie filtern Reize kaum.
Dort wo wir uns über ein Geräusch hinwegsetzen oder einen Schatten gedanklich einordnen können, ohne ihm grosse Bedeutung beizumessen, reagiert das Pferd unmittelbar.
Es bewertet nicht kognitiv – also durch bewusstes Nachdenken oder logisches Abwägen, sondern handelt instinktiv, aus einem tief verankerten, angeborenen Reaktionsmuster heraus.
Was wir als harmlos einstufen weil wir es gedanklich einordnen können, kann für ein Pferd im ersten Moment bedrohlich wirken:
Ein Rascheln im Wind, ein abruptes Geräusch, ein Lichtwechsel, eine angespannte Körperhaltung.
Für uns oft bedeutungslos – für das Pferdegehirn potenziell entscheidend über Leben oder Tod.
Hinzu kommt: Pferde nehmen nicht nur ihre Umwelt besonders sensibler wahr – sondern auch uns.
Unsere Körpersprache, unsere Energie, unsere innere Haltung, Pferde spüren all das oft bevor wir es selbst bemerken - und sie reagieren darauf.
Manchmal subtil, manchmal deutlich.
Deshalb reicht es nicht, nur das Pferd zu beobachten, wir müssen auch lernen uns selbst zu beobachten.
Denn es ist unsere Aufgabe uns weiterzubilden und weiterzuentwickeln, wenn wir möchten dass unsere Pferde sich in unserer Welt zurechtfinden, dann müssen wir zuerst verstehen wie ihre Welt funktioniert.
Wir können nicht erwarten dass ein Pferd menschliches Denken versteht, aber wir können – und müssen – lernen, pferdisches Verhalten zu verstehen um es sicher durch unsere Welt begleiten zu können.
Und das beginnt bei uns:
Mit Wissen, mit Bewusstsein – und mit der Bereitschaft, ehrlich hinzuschauen.
- Wie bewege ich mich?
- Wie handle ich?
- Was strahle ich aus?
- Was fordere ich – wie und warum?
Nur wenn wir klar und verlässlich sind, kann sich das Pferd an uns orientieren.
Nur wenn wir lernen, die Welt durch seine Augen zu sehen, können wir ihm helfen unsere zu begreifen.
Das ist nicht immer einfach – aber es ist der Weg zu echter Partnerschaft.
Jenseits von Druck, Technik und Missverständnissen.
Lernen beginnt mit Sicherheit, Klarheit und Bewusstsein
Pferde lernen anders als wir Menschen.
Sie lernen nicht durch Nachdenken, Interpretation oder Einsicht – sondern durch klare, wiederholte Verknüpfungen von Reiz und Reaktion.
Pferde lernen nur dann gut, wenn die Umstände stimmen.
Lernen ist für ein Pferd kein kognitiver Vorgang, sondern ein neurobiologischer Prozess – und dieser hängt direkt vom emotionalen Zustand ab.
Ein Pferd, das Angst hat oder unter Stress steht, kann nicht lernen.
Damit ein Pferd wirklich lernen kann, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. Es muss:
- sich ruhig und sicher fühlen,
- dem Menschen Aufmerksamkeit schenken können,
- in der Lage sein, die Hilfen überhaupt wahrzunehmen,
- die Hilfen verstehen können,
- körperlich bereit sein, die Aufgabe zu bewältigen.
Fehlt auch nur einer dieser Punkte, ist die Lernfähigkeit eingeschränkt oder blockiert.
Und doch sehen wir im Alltag so oft das Gegenteil:
Pferde, die mit zu viel Druck „durch etwas hindurch“ geritten werden.
Pferde, die unklaren oder widersprüchlichen Signalen ausgesetzt sind und bei denen Fehler dann als „Ungehorsam“ gewertet werden, obwohl sie in Wahrheit Zeichen von Missverständnis oder Überforderung sind.
Die zwei Grundprinzipien des Lernens
Pferde lernen durch das Verknüpfen von Erfahrungen – auf unterschiedliche Weise. Zwei zentrale Mechanismen sind:
1. Lernen durch Assoziation (klassisches Konditionieren):
Dabei werden zwei Reize miteinander verknüpft.
Beispiel: Wenn jedes Mal vor dem Füttern eine Glocke läutet, verknüpft das Pferd diesen Ton irgendwann mit Futter. (Pawlowsche Prinzip)
Auch in der Bodenarbeit oder beim Reiten nutzen wir solche Verknüpfungen – etwa, wenn ein bestimmtes Schnalzen immer eine Bewegungshilfe ankündigt.
2. Lernen durch Konsequenz (operantes Konditionieren):
Das Pferd lernt durch die Folgen seines Verhaltens.
Zeigt es das gewünschte Verhalten, wird es durch Lob oder das Nachlassen von Druck bestärkt.
Beispiel: Das Pferd weicht einer leichten Schenkeldruckhilfe aus – der Druck wird sofort weggenommen. Das Pferd lernt: Dieses Verhalten lohnt sich.
Beide Lernformen wirken nur dann zuverlässig, wenn sie klar, wiederholt und konsequent angewendet werden und wenn das Pferd sich sicher, aufmerksam und körperlich bereit fühlt.
Lernen ist immer ein neurobiologischer Prozess – kein Befehl, dem das Pferd einfach folgen muss. Es ist eine Verknüpfung, die sich im Gehirn bildet und diese entsteht nur unter den richtigen Bedingungen.
Lernbereitschaft beginnt bei uns
Wenn ein Pferd etwas nicht „richtig macht“, sollten wir uns nicht fragen:
„Wie setze ich mich besser durch?“,
sondern:
„Wie kann ich meine Hilfen klarer machen? Habe ich gut vorbereitet? War mein Pferd überhaupt in der Lage, zu verstehen, was ich wollte?“
Das Erkennen dieser Zusammenhänge ist der erste Schritt und der Anfang echter Verbesserung.
Lernen ist kein Automatismus, sondern ein fein abgestimmter Prozess.
Und er funktioniert nur, wenn wir Verantwortung übernehmen:
für das Wie, das Wann und das Was des Lernens.
Es ist unsere Aufgabe einen sicheren, ruhigen und klaren Rahmen zu schaffen, in dem das Pferd überhaupt aufnahmefähig ist.
Nur dann entsteht nachhaltiges Lernen – und damit echte Entwicklung.
Emotionen, Aufmerksamkeit und innere Bereitschaft
Was im Pferd vorgeht, sehen wir oft nicht auf den ersten Blick.
Und doch entscheidet genau das, was innerlich geschieht darüber, ob ein Pferd bereit ist mitzuarbeiten oder ob es blockiert, abschaltet oder sich entzieht.
Pferde sind hochsensible reaktive Wesen.
Sie erleben die Welt unmittelbar über ihre Sinne – ungefiltert und ehrlich.
Wie sie auf Reize reagieren, hängt stark von ihrem emotionalen Zustand ab.
Ein Pferd, das Angst hat, kann sich nicht konzentrieren.
Ein Pferd, das angespannt ist, kann sich nicht frei und locker bewegen.
Und ein Pferd, das innerlich nicht präsent ist, kann keine Aufmerksamkeit schenken egal wie sehr wir es fordern.
Druck ist nicht gleich Druck
Ein und dieselbe Hilfe kann ganz unterschiedliche Reaktionen auslösen je nachdem, wie sich das Pferd innerlich fühlt.
Ein ängstliches oder angespanntes Pferd reagiert vielleicht mit Flucht, Abwehr oder Rückzug.
Dasselbe Pferd, in einem sicheren und aufmerksamen Zustand, kann auf denselben Impuls neugierig, offen und kooperativ reagieren.
Deshalb ist nicht nur entscheidend, was wir tun – sondern wann und wie.
Aufmerksamkeit kann man nicht einfordern – sie muss entstehen
Wir sagen oft, das Pferd solle „bei uns sein“ oder sich „konzentrieren“.
Doch Aufmerksamkeit ist keine Technik. Sie ist Ausdruck von innerer Ruhe, Vertrauen und echtem Interesse.
Wenn ein Pferd sich sicher fühlt, körperlich wohl ist und sich ernst genommen fühlt, wird es sich öffnen: Es wird beobachten, sich zuwenden und zuhören.
Diese echte Aufmerksamkeit ist nicht erzwungen – sie ist freiwillig.
Und sie ist der erste Schritt zu echter Verbindung.
Wenn wir das erkennen, wird eines klar:
Unser Training darf kein reines Abarbeiten von Aufgaben sein.
Es muss ein Raum sein, in dem das Pferd mitdenken darf, mitfühlen und mitentscheiden.
Ein Raum, in dem es sich emotional sicher fühlt – und dadurch seine Aufmerksamkeit und Motivation freiwillig schenkt.
Horsemanship heisst Verantwortung übernehmen
Wenn wir beginnen, Pferde wirklich verstehen zu wollen; ihr Gehirn, ihre Wahrnehmung, ihr Lernen und ihre Emotionen, dann können wir nicht einfach weitermachen wie bisher.
Dann reicht es nicht mehr, eine Methode „durchzuziehen“ nur weil sie funktioniert.
Dann reicht es nicht, Lektionen zu reiten weil sie im Prüfungsprogramm stehen.
Dann wird klar: Horsemanship ist kein Handwerk – es ist eine Haltung.
Die Wissenschaft liefert Erkenntnisse – die Ethik entscheidet, was wir damit tun
Wir wissen heute dass Pferde emotionale Wesen sind, dass sie über ein hochentwickeltes soziales Gehirn verfügen, dass sie Stress, Angst und Unsicherheit tief abspeichern und dass echte Entwicklung nur auf einem Fundament aus Vertrauen und Sicherheit entstehen kann.
Wir können dieses Wissen ignorieren, oder wir können es ernst nehmen.
Letzteres aber erfordert viel von uns:
Verantwortung. Reflektiertes Handeln. Und manchmal auch das Eingeständnis, dass wir etwas ändern müssen.
Gutes Training beginnt im Menschen
Horsemanship ist für mich nicht die Kunst, ein Pferd zu „formen“ oder „zu kontrollieren“.
Es ist die Fähigkeit mich selbst so zu führen, dass das Pferd sich mir anschliessen kann.
Es ist ein Zusammenspiel aus Wissen, Wahrnehmung, Klarheit – und echter Bereitschaft, hinzuschauen.
Auf das Pferd und auf mich selbst.
Es reicht nicht, sich einen guten Trainer zu holen und das Pferd einfach „abrichten“ zu lassen.
Wir müssen selbst zu einem besseren Partner für unser Pferd werden.
Jeden Tag ein Stück mehr.
Durch Wissen, Übung, Offenheit und durch die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen – für das, was wir auslösen. (bewusst und unbewusst)
Jeder Pferdebesitzer sollte zu dem Trainer seines eigenen Pferdes heranwachsen.
Ethik beginnt im Kleinen
Pferdegerechter Umgang ist kein Ideal für Sonntagsreiter.
Er zeigt sich im Alltag - Im Kleinen und Unbeobachteten.
- Wie spreche ich mit meinem Pferd?
- Was verlange ich wirklich – wie und warum?
- Ist meine Erwartung gerechtfertigt?
- Bin ich klar und verlässlich?
- Kann mein Pferd dies so ausführen?
Diese Fragen sind unbequem. Aber sie sind nötig.
Denn wer mit Pferden arbeitet, hat Einfluss.
Und jeder Einfluss kann verletzen – oder aufbauen.
Wissenschaft und Horsemanship sind keine Gegensätze
Für mich stehen dieses Buch und die Gedanken darin nicht im Gegensatz zu feinem Reiten, hoher Ausbildung oder sportlichen Zielen mit dem Pferd.
Im Gegenteil: Sie sind die Grundlage dafür.
Denn erst wenn ich das Wesen des Pferdes verstehe – sein Gehirn, seine Reaktion und seine Empfindsamkeit – kann ich beginnen wirklich mit ihm in Kontakt zu treten.
Nicht als Nutzer. Sondern als Partner.
Wenn wir Pferde wirklich lieben, reicht es nicht nett zu ihnen zu sein und ihre Grundbedürfnisse zu erfüllen. Wir müssen sie verstehen wollen und bereit sein, unser Verhalten und unser Denken zu verändern.
Nicht weil wir müssen – sondern weil wir es ihnen schulden.
Entwicklung beginnt mit Ehrlichkeit
Es geht nicht darum von heute auf morgen alles richtig zu machen.
Es geht nicht darum perfekt zu reiten oder jedes Verhalten sofort zu durchschauen.
Was wirklich zählt, ist die innere Haltung:
- Bin ich bereit mich mit meinem Pferd auseinanderzusetzen – aber auch mit mir selbst?
- Bin ich offen dafür, mein Verhalten zu hinterfragen, meine Wirkung zu erkennen und mir einzugestehen, dass ich etwas vielleicht noch nicht richtig verstanden habe?
Diese ehrliche Selbstreflexion ist der Schlüssel für jede Entwicklung – im Pferd und im Menschen.
Und sie beginnt nicht mit Schuldgefühlen, sondern mit dem Wunsch zu lernen und es besser zu machen.
Kleine Schritte – grosse Wirkung
Veränderung braucht Zeit.
Oft sind es nicht die grossen Umstellungen, die alles verändern, sondern die kleinen, bewussten Schritte die wir jeden Tag gehen.
Ein bisschen mehr Aufmerksamkeit.
Ein ruhigerer Moment.
Oder eine ehrlichere Frage an mich selbst.
Wir alle durchlaufen in unserer Entwicklung als Pferdemensch diese Phasen:
- Unbewusste Inkompetenz – ich weiß noch nicht, dass ich etwas nicht weiß
- Bewusste Inkompetenz – ich beginne zu erkennen, was mir fehlt
- Bewusste Kompetenz – ich lerne, ich hinterfrage, ich übe
- Unbewusste Kompetenz – ich handle mit Gefühl und Klarheit, weil ich es verinnerlicht habe
Diese Phasen sind normal – und wichtig.
Niemand ist am Ziel, aber jeder kann sich entscheiden den Weg zu gehen.
Ein Anfang genügt
Wenn dich dieser Text zum Nachdenken gebracht hat, dann ist das bereits ein Anfang.
Wenn du irgendwo gespürt hast: „Das betrifft mich“, dann bist du mitten im Prozess.
Und genau das zählt.
Denn jedes Pferd verdient einen Menschen, der bereit ist zu wachsen, zu lernen, zu verstehen und zu hinterfragen.
Und jeder Mensch verdient die Erfahrung, was entsteht, wenn ein Pferd beginnt ihm wirklich zu vertrauen, mitzuarbeiten und mitzudenken.
Ziele setzen – auf einem echten Fundament
Ich bin absolut dafür, mit dem Pferd zu arbeiten. Ziele setzen, Lektionen erarbeiten, Fortschritte machen, auf Turniere hinarbeiten – all das darf und soll Teil unserer Arbeit sein.
Aber das Fundament muss stimmen.
Jede Trainingseinheit, jeder Moment mit dem Pferd ist eine Begegnung mit einem fühlenden Lebewesen.
Und genau deshalb sollten wir uns jeden Tag neu fragen:
Wo stehen wir gerade?
Wie fühlt sich mein Pferd?
Wie klar bin ich in meiner Haltung?
Nur wenn wir bereit sind uns selbst immer wieder zu hinterfragen, schaffen wir Raum für ehrliche, gesunde und nachhaltige Entwicklung – beim Pferd und bei uns selbst.