Rieddach
Das Rieddach, so bezeichnen wir das Raspelbild dass wir am Huf, in weghebelnden Bereichen erstellen.
Der vom Wandhorn gebildete Tragrand ist, wie es der Name sagt, der zum Tragen geeignete Teil des Hufes.
Er besteht aus stabilen Hornröhrchen, diese werden verbunden durch zäh-elastisches Zwischenröhrchenhorn.
Man kann sich dies wie ganz viele Spaghettis vorstellen, die man zu einem Bündel packt und die Zwischenräume durch das sogenannte Zwischenröhrchenhorn gefüllt ist.
Mit Rieddach ist dabei folgendes gemeint
Die Hornröhrchen der Hornkapsel werden so bearbeitet, dass die äussersten Hornröhrchen zu den kürzesten werden.
Das ausschleichende Beraspeln der Hufwand von aussen stellt eine Struktur her, bei der die Hornröhrchen von innen (dem Hufinneren am nächsten gelegen) nach aussen kürzer werden, also weiter oberhalb des Bodens enden.
Diese Struktur stabilisiert den Hornröhrchenverbund, so dass das jeweils obere (äussere) Röhrchen die darunter liegenden (weiter innen liegenden) Hornröhrchen in ihrer Bewegung nach aussen beschränkt.
Der Gegendruck des Bodens wirkt auf eine solch beraspelte Hufwand weniger nach aussen.
Sprich die Hornwand wirkt weniger Weghebelnd.
Man kann sich die Sache selbst an einem handelsüblichen Strohbesen veranschaulichen. So lange die Strohhalme alle gleichlang sind, verbiegt sich das Strohbündel bei senkrechtem Druck von oben, auf die Seite.
Abgeschrägt und mit der längeren Halmlänge zuerst aufgesetzt, findet dieses Verbiegen nicht mehr statt, da die längeren Halme von den kurzen, die keinen Bodenkontakt haben, gehalten werden.
Auch zu vergleichen mit einer Blattfeder. (zu sehen bei alten Kutschen oder heute noch bei LKW)